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Freitag, 20. April 2018

Ready Player One

Disclaimer: dieser Eintrag ist vollkommen Spoilerfrei, ich werde lediglich Andeutungen machen, die für alle verständlich sind, aber keine Plottwists oder ähnliches Verraten.

Ich weiß man soll Bücher und ihre Adaptionen auf der großen Leinwand nicht vergleichen...aber ich kann nun mal nicht anders!
Für mich, die ohne Hörbuch oder ähnliches auf den Ohren nachts kein Auge zu bekommt sind die Hörbucher auf Spotify ein Segen. Es gibt nicht viele, und auch nicht immer unbedingt die neusten Bestseller, doch manchmal findet sich der eine oder andere kleine Schatz (nachhelfen kann man mit der kostenlosen App „Spooks“). So auch diesmal, „Ready Player One“ gelesen von David Nathan, einem meiner Stimmen (so schön tief *-*), und ich muss zugegen, dieses Hörbuch hat mich um die eine oder andere Stunde gebracht, ein wahrer Indikator für Qualität. Ein von Ernest Cline verfasster Sci-Fi/Abenteuer/Dystopie Roman mit unzähligen 80-er Referenzen!
Wade Watts, geboren 2027 lebt 18 Jahre später in den überfüllten „Stacks“, den Flüchtlingsvierteln am Stadtrand von Oklahoma City bei seiner Tante. 2045 ist die Erde nicht mehr so wie wir sie jetzt kennen, die Energie Krise zwang viele Menschen auf dem Land in die Städte zu flüchten, so auch Wade und seine Eltern. Diese Verstarben beide als er noch klein war, doch beide führten ihn an die damals noch junge „OASIS“, eine VR-Welt in der ALLES möglich ist. Man kann sein wer man will, tun was man möchte, und es ist komplett anonym. Im Laufe der Zeit flüchteten die Menschen nicht nur in die Städte sondern auch dem Wunsch der schrecklichen Realität komplett entfliehen zu können in die OASIS.
Als nun der Erfinder der OASIS, James Halliday, 2040 verstirbt, erscheint ein Video auf seiner Website welches verkündet, dass er ein „Easter Egg“ in seiner Erfindung versteckt hat,und der der dieses findet erbt eine Viertel Billionen Dollar und die Macht über die OASIS! Um dieses Easter Egg zu finden müssen drei Schlüssel und drei Tore gefunden werden, für die nicht nur ein enormes Wissen über das Leben Hellidays sondern auch über die Popkultur der 80er nötig ist: Computerspiele, Bücher, Musik, Serien, Filme, Persönlichkeiten, durch seinen Tod hat Helliday es geschafft das Jahrzehnt in dem er groß geworden ist noch einmal ganz neu aufleben zu lassen. „Jäger“ auf der ganzen Welt, egal ob allein oder zusammen in Clans sucht die ganze Welt nach diesem Ei, und versucht das erste Rätsel zu knacken. Doch natürlich suchen nicht nur Nerds nach dem Ei, sondern auch der weltweit größte Internetanbieter iOi sind auf eher grenzwertigen Wegen mit allen nur erdenklichen Mitteln auf der Suche, um die kostenlose OASIS zum feuchten Traum aller hardcore Kapitalisten zu machen: nur benutzbar mit einem kostenpflichtigen Abo und zugekleistert mit Werbung.
Seit fünf Jahren ist niemand wirklich weiter gekommen, als dann plötzliche in bis dahin unbekannter Avatar Namens „Parcival“ den ersten Platz auf dem Scoreboard der Jagd einnimmt. Doch auch er hat erst ein Drittel des ganzen geschafft und die größten Herausforderungen warten noch auf ihn...

Ich bin kein großer Gaming- oder 80er-Fan muss ich zugeben, doch das hat dem Genuss keinesfalls geschadet, eher im Gegenteil, ich interessiere mich jetzt mehr dafür (bei dem Indiespiel fürs Smartphone „World of Wizards“ bin ich F38768, added mich ruhig, bin aber nicht sehr gut xD). Ein Grund, warum ich mir dieses Hörbuch überhautpt angehört habe war, dass „Ready Player One“ unter der Regie von Steven Spielberg himself am 5. April in die deutschen Kinos kam. Letzte Woche war es dann auch entdlich so weit, und ich konnte ihn mir mit meiner mit meiner besten Freundin zusammen im Kino unseres Vertrauen in 3D anschauen. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen am Ende etwas zu vergleichen.
Der Film hat defintiv seine Stärken. Visuell fand ich ihn sehr schön, die OASIS war zwar ganz anders designed als ich sie mir vorgestellt hatte, aber was habe ich denn schon für eine Ahnung. Auch die Begebenheiten in der realen Welt wurden sehr realistisch dargestellt, hoffen wir, dass die Welt 2045 nicht so aussieht.
Die Darsteller waren mir größtenteils nicht bekannt, außer „Art3mis“, gespielt von Olivia Cooke, welche ich schon aus „Me, Earl and the Dying girl“ kannte (toller Film, aber das Buch ist noch besser, die Dialoge finden alle in Drehbuchform statt), ich muss aber sagen, ich fand die fünf jungen Hauptdarsteller „zu hübsch“. Im Buch als übergewichtig hässlich, entstellt beschrieben, und im Film normalgewichtige bis schlanke junge attraktive Frauen und Männer. Ist aber kein großer Kritikpunkt, schließlich ist Schönheit objektiv und da der Roman aus Wades Sicht geschrieben wurde ist die Einschätzung seines Aussehens wohl nicht ganz für voll zu nehmen.

Die Story an sich unterscheidet sich im großen und ganzen nicht vom Original, auch das Ende ist gleich, allerdings wurden viele Elemente verändert, das erste „Rätsel“ ist im Film gar nicht mehr als solches zu identifizieren, sowie die Anzahl der Quests. Beides ist aber aus dramaturgischen Gründen nachzuvollziehen, so sehr ich auch Wades ausschweifende Erzählungen über PacMan und das Leben James Hellidays liebe, diese filmisch interessant und spannend umzusetzen hätte schwierig werden können.
Der Film ist deutlich schneller als das Buch. Während einem das Buch einem an manchen Stellen fast schon zu langsam erscheint, geht im Film alles recht zackig, was zwar für eine gute Dynamik sorgt, aber manchen Momenten die Stimmung stiehlt, wie zum Beispiel beim ersten Aufeinandertreffen von Wade  und Ache, seinem besten Freund, den er aber bis zu einem bestimmten Punkt des Films/Romans nur online kennt, oder das erste Aufeinandertreffen von Wade und Art3mis.
Außerdem hatte ich das Gefühl, dass der Film deutlich weniger Gesellschaftskritisch und dafür kinderfreunlicher ist. Der Konzern iOi wurde nicht so illegal gezeigt wie er im Buch war, was sehr schade ist, da die kritische Darstellung vom Riesenkonzern dem Roman noch etwas mehr gruselige Realitätsnähe verlieh. Ebenfalls wurde der Tod einer Hauptperson in diesem Zusammenhang weggelassen, was mich allerdings vor den Tränen bewahrt hat.

Insgesamt ist der Film definitiv sehenswert, geht auf jeden Fall noch ins Kino so lange es geht UND lest dann das Buch, um gänzlich in die OASIS einzutauchen.


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