Disclaimer: dieser Eintrag ist
vollkommen Spoilerfrei, ich werde lediglich Andeutungen machen, die
für alle verständlich sind, aber keine Plottwists oder ähnliches
Verraten.
Ich weiß man soll Bücher und ihre
Adaptionen auf der großen Leinwand nicht vergleichen...aber ich kann
nun mal nicht anders!
Für mich, die ohne Hörbuch oder
ähnliches auf den Ohren nachts kein Auge zu bekommt sind die
Hörbucher auf Spotify ein Segen. Es gibt nicht viele, und auch nicht
immer unbedingt die neusten Bestseller, doch manchmal findet sich der
eine oder andere kleine Schatz (nachhelfen kann man mit der
kostenlosen App „Spooks“). So auch diesmal, „Ready Player One“
gelesen von David Nathan, einem meiner Stimmen (so schön tief *-*),
und ich muss zugegen, dieses Hörbuch hat mich um die eine oder
andere Stunde gebracht, ein wahrer Indikator für Qualität. Ein von
Ernest Cline verfasster Sci-Fi/Abenteuer/Dystopie Roman mit
unzähligen 80-er Referenzen!
Wade Watts, geboren 2027 lebt 18 Jahre
später in den überfüllten „Stacks“, den Flüchtlingsvierteln
am Stadtrand von Oklahoma City bei seiner Tante. 2045 ist die Erde
nicht mehr so wie wir sie jetzt kennen, die Energie Krise zwang viele
Menschen auf dem Land in die Städte zu flüchten, so auch Wade und
seine Eltern. Diese Verstarben beide als er noch klein war, doch
beide führten ihn an die damals noch junge „OASIS“, eine VR-Welt
in der ALLES möglich ist. Man kann sein wer man will, tun was man
möchte, und es ist komplett anonym. Im Laufe der Zeit flüchteten
die Menschen nicht nur in die Städte sondern auch dem Wunsch der
schrecklichen Realität komplett entfliehen zu können in die OASIS.
Als nun der Erfinder der OASIS, James
Halliday, 2040 verstirbt, erscheint ein Video auf seiner Website
welches verkündet, dass er ein „Easter Egg“ in seiner Erfindung
versteckt hat,und der der dieses findet erbt eine Viertel Billionen
Dollar und die Macht über die OASIS! Um dieses Easter Egg zu finden
müssen drei Schlüssel und drei Tore gefunden werden, für die nicht
nur ein enormes Wissen über das Leben Hellidays sondern auch über
die Popkultur der 80er nötig ist: Computerspiele, Bücher, Musik,
Serien, Filme, Persönlichkeiten, durch seinen Tod hat Helliday es
geschafft das Jahrzehnt in dem er groß geworden ist noch einmal ganz
neu aufleben zu lassen. „Jäger“ auf der ganzen Welt, egal ob
allein oder zusammen in Clans sucht die ganze Welt nach diesem Ei,
und versucht das erste Rätsel zu knacken. Doch natürlich suchen
nicht nur Nerds nach dem Ei, sondern auch der weltweit größte
Internetanbieter iOi sind auf eher grenzwertigen Wegen mit allen nur
erdenklichen Mitteln auf der Suche, um die kostenlose OASIS zum
feuchten Traum aller hardcore Kapitalisten zu machen: nur benutzbar
mit einem kostenpflichtigen Abo und zugekleistert mit Werbung.
Seit fünf Jahren ist niemand wirklich
weiter gekommen, als dann plötzliche in bis dahin unbekannter Avatar
Namens „Parcival“ den ersten Platz auf dem Scoreboard der Jagd
einnimmt. Doch auch er hat erst ein Drittel des ganzen geschafft und
die größten Herausforderungen warten noch auf ihn...
Ich bin kein großer Gaming- oder
80er-Fan muss ich zugeben, doch das hat dem Genuss keinesfalls
geschadet, eher im Gegenteil, ich interessiere mich jetzt mehr
dafür (bei dem Indiespiel fürs Smartphone „World of Wizards“ bin
ich F38768, added mich ruhig, bin aber nicht sehr gut xD). Ein Grund,
warum ich mir dieses Hörbuch überhautpt angehört habe war, dass
„Ready Player One“ unter der Regie von Steven Spielberg himself
am 5. April in die deutschen Kinos kam. Letzte Woche war es dann auch
entdlich so weit, und ich konnte ihn mir mit meiner mit meiner besten
Freundin zusammen im Kino unseres Vertrauen in 3D anschauen.
Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen am Ende etwas zu
vergleichen.
Der Film hat defintiv seine Stärken.
Visuell fand ich ihn sehr schön, die OASIS war zwar ganz anders designed als
ich sie mir vorgestellt hatte, aber was habe ich denn schon für eine
Ahnung. Auch die Begebenheiten in der realen Welt wurden sehr
realistisch dargestellt, hoffen wir, dass die Welt 2045 nicht so
aussieht.
Die Darsteller waren mir größtenteils
nicht bekannt, außer „Art3mis“, gespielt von Olivia Cooke,
welche ich schon aus „Me, Earl and the Dying girl“ kannte (toller
Film, aber das Buch ist noch besser, die Dialoge finden alle in
Drehbuchform statt), ich muss aber sagen, ich fand die fünf jungen
Hauptdarsteller „zu hübsch“. Im Buch als übergewichtig
hässlich, entstellt beschrieben, und im Film normalgewichtige bis
schlanke junge attraktive Frauen und Männer. Ist aber kein großer
Kritikpunkt, schließlich ist Schönheit objektiv und da der Roman
aus Wades Sicht geschrieben wurde ist die Einschätzung seines
Aussehens wohl nicht ganz für voll zu nehmen.
Die Story an sich unterscheidet sich im
großen und ganzen nicht vom Original, auch das Ende ist gleich,
allerdings wurden viele Elemente verändert, das erste „Rätsel“
ist im Film gar nicht mehr als solches zu identifizieren, sowie die
Anzahl der Quests. Beides ist aber aus dramaturgischen Gründen
nachzuvollziehen, so sehr ich auch Wades ausschweifende Erzählungen
über PacMan und das Leben James Hellidays liebe, diese filmisch
interessant und spannend umzusetzen hätte schwierig werden können.
Der Film ist deutlich schneller als das
Buch. Während einem das Buch einem an manchen Stellen fast schon zu
langsam erscheint, geht im Film alles recht zackig, was zwar für
eine gute Dynamik sorgt, aber manchen Momenten die Stimmung stiehlt,
wie zum Beispiel beim ersten Aufeinandertreffen von Wade und Ache, seinem
besten Freund, den er aber bis zu einem bestimmten Punkt des
Films/Romans nur online kennt, oder das erste Aufeinandertreffen von
Wade und Art3mis.
Außerdem hatte ich das Gefühl, dass
der Film deutlich weniger Gesellschaftskritisch und dafür
kinderfreunlicher ist. Der Konzern iOi wurde nicht so illegal gezeigt
wie er im Buch war, was sehr schade ist, da die kritische Darstellung
vom Riesenkonzern dem Roman noch etwas mehr gruselige Realitätsnähe
verlieh. Ebenfalls wurde der Tod einer Hauptperson in diesem
Zusammenhang weggelassen, was mich allerdings vor den Tränen bewahrt hat.
Insgesamt ist der Film definitiv
sehenswert, geht auf jeden Fall noch ins Kino so lange es geht UND
lest dann das Buch, um gänzlich in die OASIS einzutauchen.

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